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13.04.2011, 15:27 Uhr

Gymnasium in Gefahr

Bürgermeister lädt zum Forum

Der Träger des Gymnasiums „Am Burgwall“ in Treuenbrietzen ist bemüht, dafür Sorge zu tragen, auch im ländlichen Raum ein gutes Schulangebot
sicherzustellen. In einem langen Diskussionsprozess wurde deutlich, dass Schulen wie unser Gymnasium im ländlichen Raum gesamtgesellschaftliche Bedeutung haben, die nur durch eine weitsichtige und flexible Entscheidungsfreudigkeit langfristig erhalten werden können. 

Wochenspiegel, Ausgabe Bad Belzig - Treuenbrietzen, 13.04.2011 - In den vergangenen drei Jahren ist es gelungen, mit attraktiven Angeboten an unserer Schule wieder mehr Schülerinnen und Schüler für unser Gymnasium zu begeistern. Daran haben auch jene einen maßgeblichen Anteil, die in der Vergangenheit immer öffentlich die Unterstützung für unser Gymnasium zugesichert haben.
Seit 2008 kämpfen wir nunmehr Jahr für Jahr um die öffentliche Anerkennung unserer guten Ergebnisse. Jedoch müssen wir feststellen,
dass leider nicht alle Beteiligten im Prozess zum Erhalt des Gymnasiums die notwendige Sorgfaltspflicht walten lassen und Entscheidungen treffen, die die Bedingungen vor Ort maßgeblich erschweren.
Nunmehr erreichen uns erneut Nachrichten, die den bisher erfolgreichen Weg wiederum in Frage stellen. Derzeit haben sich 61 Schülerinnen und Schüler für das neue Schuljahr für unser Gymnasium entschieden. Eigentlich eine gute Nachricht. Durch den Schulleiter erhielten wir die Nachricht, dass, entgegen der bisherigen Erklärungen, dass für das Gymnasium Treuenbrietzen ein dreizügiger Unterricht geplant ist, nunmehr diese Dreizügigkeit nicht mehr eingerichtet werden soll.
Stattdessen wird von einer Zweizügigkeit gesprochen. Die Stadt als Schulträger wurde bedauerlicherweise in keiner Weise offiziell darüber
informiert. Nur durch diesen Hinweis des Schulleiters haben wir darüber
Kenntnis erlangt. Allein dieser Umstand beweist, dass hier scheinbar von den entsprechenden Behörden nicht mit aller Offenheit und Ehrlichkeit
Entscheidungen für einen guten Schulstandort getroffen werden. Durch den
zuständigen Schulrat wurde uns in einem Telefonat mitgeteilt, dass die Richtfrequenz mit 27 angenommen wurde und daher eine Zweizügigkeit
in Treuenbrietzen völlig ausreichend wäre, da entsprechende Schüler abgelehnt werden können. Sollte man sich dafür entscheiden, nicht so viele Schüler abzulehnen, müsste mindestens ein Schüler abgelehnt werden,
was in der Konsequenz dazu führen würde, dass die beiden Klassenzüge mit jeweils 30 Schülern besetzt werden. Diesen Zustand halte ich für eine bildungspolitische Katastrophe. Uns wurde bestätigt, dass es in diesem
Fall nicht um Personalfragen gehe, da ausreichend Personal zur Verfügung stünde, sondern ausschließlich um die Einhaltung von Richtfrequenzen.
Die Stadt Treuenbrietzen kann und wird dies nicht akzeptieren.
Mit Investitionen, insbesondere auch mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket
II, haben wir versucht ein Umfeld zu schaffen, welches optimale Lernbedingungen bietet. Leider ist der Schulträger nicht berechtigt, Einfluss
auf die inhaltliche Ausgestaltung und auf den Besatz der Lehrkörper zu nehmen.
Nach der uns vorliegenden Mitteilung sollen nur noch zwei 7. Klassen eingerichtet werden, was bedeutet, dass - Schülerinnen und Schüler nicht entsprechend ihrem
Erstwunsch ihr Abitur bei uns ablegen können, - die verbleibenden Schüler
in Klassen unterrichtet werden müssen, die 28 bis 30 Personen umfassen, obwohl die Möglichkeit bestünde, Klassen mit 20 bis 22 Schülern einzurichten, - erneut Lehrpersonal die Schule verlassen müsste, - die Lernbedingungen sich damit massiv verschlechtern würden, - die Versprechen und Beschlüsse der Landesregierung, sich für mehr Qualität
in der Bildungslandschaft, unter anderem durch den Einsatz zusätzlicher Lehrer, nicht eingehalten und umgesetzt werden.
Das neuerliche undurchsichtige Entscheidungsverfahren des Schulamtes ist für uns in keiner Weise nachzuvollziehen, hat es doch für die Gymnasien
in Beelitz und Bad Belzig eine Dreizügigkeit genehmigt.
Nur das Treuenbrietzener Gymnasium mit 61 Anmeldungen soll nicht die Dreizügigkeit erhalten. Gleichberechtigte Lern- und Entwicklungschancen
sehen aus unserer Sicht anders aus!
Wir laden Sie ein, uns am 15.04. um 19.00 Uhr
in der Aula des Gymnasiums „Am Burgwall“ zur Info-Veranstaltung

mit Schülern, Eltern, Lehrern, Stadtverordneten und Mitgliedern des Kreistages und des Landtages dabei zu unterstützen, die offensichtlichen
Widersprüche auszuräumen und uns weiterhin aktiv beim langfristigen
Erhalt und dem weiteren Ausbau eines qualitativ hochwertigen Gymnasiums
zu helfen.
Michael Knape
Bürgermeister

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