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26.05.2011, 10:41 Uhr

Gesprächsbereit in Konflikt mit der Stadt

Jäger fühlen sich kriminalisiert

  Im Konflikt zwischen der Stadt Treuenbrietzen und den in ihren Wälder jagenden Weidmännern scheint eine Annäherung möglich. Wie Vertreter von Pächtergruppen der MAZ sagten, möchten sie ihre Belange demnächst in Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung vortragen.

Nach wie vor fühlen sich die Jäger von der Stadtverwaltung und Stadtförster Dietrich Henke „kriminalisiert“, wie Jäger Frank-Wulf Jahns aus Tiefenbrunnen sagte: „Wir sind diversen Schikanen ausgesetzt“. Hintergrund ist der seit Jahren anhaltende Streit um Jagdmodalitäten, der in mehrere juristische Auseinandersetzungen gemündet ist (die MAZ berichtete). „Die Stadt wird auch weitere Verfahren verlieren und dafür sinnlos Steuergeld ausgeben“, glaubt Karl Parlesak aus Treuenbrietzen, der Wortführer der Pächter.

Sie zweifeln die langfristige Wirtschaftlichkeit sowie die Nachhaltigkeit der vom Stadtförster seit 2002 betriebenen Waldwirtschaft an. Die von der Stadt gewünschten Abschusszahlen für Wild halten sie für unerreichbar. „Das käme einem Totalabschuss gleich“, so Karl Parlesak.

Die Jäger, die Unterstützung von der CDU-Fraktion des Stadtparlamentes erhalten, fordern die Abschaffung des kommunalen Forstamtes und die Ausschreibung der Leistungen. Damit könnten pro Jahr 180 000 Euro gespart und 144 500 Euro zusätzliche Einnahmen erzielt werden, rechnen sie in einem Schreiben an die Stadtverordneten auf. Den Stadtförster bezeichnen die Jäger als „jagdbesessen“, weil er in den nicht verpachteten Revieren hohe Abschusszahlen realisiere, um langfristig einen ökologischen Waldumbau ohne Schutzzäune zu erreichen.

Die von der Stadt ihnen gegenüber erlassenen 13 Anweisungen sehen die Jagdpächter als „ungesetzlich“ und als Eingriff in die langfristig bestehenden Verträge an.

Wolf-Henning von der Wense von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) in Eberswalde sieht die Treuenbrietzener Waldwirtschaft indes „ökonomisch und ökologisch auf ausgesprochen gutem Weg“. Der Professor für forstliche Betriebswirtschaft, Ökonomie und Privatwaldbewirtschaftung verweist auf ein „sehenswertes Ergebnis auf Flächen in Eigenregie“. Davon habe er sich vorige Woche vor Ort überzeugt, sagte er gestern.

Für das nächste Jahr will die Forstfachhochschule die Bilanz der vergangenen zehn Jahre und die Planung für die nächste Dekade mit erarbeiten. Dabei müsse es nicht nur um Rationalisierung gehen, sondern auch um neue Geschäftsfelder. Auch die Nutzung für Windkraftanlagen eröffne Waldbesitzern im Land dabei neue Möglichkeiten.

Die kritischen Jäger indes fürchten, dass damit die Bilanz für den Stadtwald künstlich aufgebessert werden soll.

Thomas Wachs

 

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